Die Wissensspirale (SECI-Modell)

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Die beiden Japaner IkuJiro Nonaka und Hirotaka Takeuchi haben mit Ihrem SECI-Modell (Sozialisation-Externalisierung-K(C)ombination-Internalisierung), auch “Wissensspirale” genannt, ein erstes grundlegendes Modell zur Wissensgenerierung in Organisationen vorgestellt, das auch heute noch wertvolle Anknüpfungspunkte für organisationales Wissensmanagement liefert. 1 Wesentlicher Eckpunkt des Modells ist die Unterscheidung zwischen implizitem und explizitem Wissen. Grundlage für das Verständnis des SECI-Modells sind die beiden Dimensionen der Wissenserzeugung.

 

Wissensarten

Aufgrund des kulturellen Hintergrundes der beiden Japaner wird erstmalig in dieser Deutlichkeit zwischen

  • impliziten Wissen und
  • explizite Wissen

Wissensspirale

entschieden. Während in der westlichen Kultur eher ein tayloristisch-mechanisches Verständnis von Wissen vorherrscht und damit vorwiegend des Schwerpunkt auf dem explizitem Wissen lag (und vielfach immer noch liegt), ist die asiatische Denkweise vorwiegend durch die Konzentration auf das implizite Wissen geprägt.

Dimensionen der Wissenserzeugung

Auf der Grundlage dieser beiden Wissensarten ergeben sich für eine Organisation folgende Dimensionen der Wissensgenerierung:
Dimensionen

Im Wechselspiel zwischen implizitem und explizitem Wissen kann nach Nonaka neues Wissen generiert werden.  

Arten der Wissenskonvertierung

Die Interaktionen zwischen implizitem und explizitem Wissen ermöglichen die Definition von vier verschiedenen Arten der Wissens-Konvertierung.

  • Sozialisation
  • Externalisierung
  • Kombination
  • Internalisierung

Die Arten der Wissenskonvertierung warden auch umfangreich in der Organisationslehre behandelt. So ist die Sozialisation eng mit dem Thema “Gruppenprozesse” und “Organisationskultur” verbunden. Die Kombination wird umfassend im Bereich der “Datenverarbeitung” und des “Informationsmanagements” behandelt und die Internalisierung ist stark mit dem Begriff des “Organisationalen Lernen” verbunden. Die vierte Art, die Externalisierung, wird vorwiegend im Qualitätsmanagement angewandt.

 

SECI-Model

Sozialisation

Als Sozialisation wird die Übertragung von implizite Wissen in implizites Wissen, also die direkte Weitergabe von Erfahrungswissen zwischen Personen bezeichnet, wie dies zum Beispiel bei mentalen Modellen oder technischen Fertigkeiten der Fall ist. Sozialisation kann damit als Wissensteilung auf persönlicher Ebene bezeichnet werden. Die Erzeugung neuen Wissens im Rahmen der Sozialisation kann auch ohne Sprache erfolgen, indem der Lernende seinem Lehrer zusieht und die Tätigkeit nachahmt. Als Schlüssen für der Erzeugung neuen impliziten Wissens kann die Erfahrung gesehen werden.

[Nonaka, S.62 ff.] Nonaka weißt jedoch auch darauf hin, dass ein reiner Transfer von Informationen keinen Sinn macht, da hier die verbundenen Emotionen und der spezifische Kontext fehlt.

Beispiele:

  • Mentoring (Meister-Schüler) Konzept
  • Story Telling
  • persönliche Schulungen (Training-on-the-Job)

Externalisierung

Als Externalisierung wird die Umformung von implizitem, personengebundenem Erfahrungswissen in explizites personenunabhängiges Faktenwissen bezeichnet. Dieses explizite Wissen kann dann die Form von Metaphern, Analogien, Konzepten, Hypothesen oder Modellen annehmen. Wenn wir versuchen, das implizite Wissen in explizites Wissen zu transferieren, drücken wir dies meist in Sprache aus. Diese Ausdrucksweise ist oftmals nicht angemessen, inkonsistent und ungenügend. Diese Diskrepanz zwischen den impliziten Bildern und der Ausdrucksweise, hilft uns jedoch über das Dargestellte zu reflektieren und uns mit anderen auszutauschen. Diese Art der Wissenserzeugung wird häufig bei der Konzeptentwicklung verwendet. Eine dabei häufig verwendete Methode ist die Kombination von Induktion und Deduktion.

Beispiele:

  • Wissenslandkarten
  • Dokumentation
  • Entwicklung von Konzepten
  • Schaffung von Strukturkapital

Kombination

Die Zusammenfassung von verschiedenen expliziten Wissenseinheiten (Knowledge Items) zum einem Wissenssystem wird als  Kombination bezeichnet. Der Austausch und die Kombination von Wissen erfolgt bei Personen über Medien wie Dokumente, Meetings, Telefongespräche oder Computernetzwerke. Auch die Rekonfiguration, Sortierung, Hinzufügung, Kombination und Katalogisierung von explizitem Wissen wie zum Beispiel in Datenbanken kann ebenfalls zu neuen Wissen führen. Die Wissensvermittlung in der formalen Ausbildung benutzt ebenfalls dieses System der Wissenstransformation. Im betrieblichen Umfeld findet sich die Form der Wissenstransformation, wenn Unternehmerische Visionen, Business-Konzepte, oder Produktkonzepte durch das Management für die Mitarbeiter heruntergebrochen werden.

Beispiele:

  • Wissensdatenbanken

Internalisierung

Die Überführung von explizitem Wissen in implizites Wissen wird als Internalisierung bezeichnet. Diese Form des Wissenstransfers ist eng mit dem Konzept des “Learning-by-Doing” verbunden. Wenn Wissen über die Sozialisation, Externalisierung, Kombination und eine anschließende Internalisierung des Wissens wieder zu personengebundenem Wissen wird, entstehen wirkliche Wertfaktoren für die Organisation. Um den Prozess der Internalisierung von explizitem Wissen zu unterstützen, ist es hilfreich, wenn das Wissen in Diagrammen, Dokumenten oder Handbüchern vorliegt. Dieses externalisierte Wissen hilft den Personen, das Wissen zu verinnerlichen. Darüber hinaus unterstützt das externalisierte Wissen den transfern des Wissens auf weitere Personen.

Beispiele:

  • Learning-by-Doing
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By |2018-08-19T16:15:06+00:00Juli 25th, 2016|Managementsysteme, Wissensmanagement|0 Comments

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